02.02.2009 (jh) Der Straubinger Stadtrat Erhard Grundl hat Ambitionen für Grünen in den Bundestag zu gehen. Am Samstag wurde er in Amberg/Opf. für die Grüne Bundestagsliste nominiert. Beim elfstündigen Aufstellungsmarathon der Bayerischen Grünen konnten sich erstmals zwei niederbayerische Bewerber auf der grünen Bundestagsliste durchsetzen. Mit dem Landshuter Physiker und Unternehmer Dr. Thomas Gambke konnte der niederbayerische Bezirk den Achten, und somit einen äußerst aussichtsreichen Platz zur Erlangung eines Bundestagsmandats erringen. In einer Stichwahl konnte Grundl schließlich mit Listenplatz 20 das gute Ergebnis für die niederbayerischen Grünen vervollständigen.

Gambke, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen in Niederbayern stellte in seiner Rede die Verantwortung der Politik für die aktuelle Finanzkrise in den Mittelpunkt. Er warf der CDU/CSU und der FDP vor, jahrelang den unkontrollierten Märkten das Wort geredet zu haben, um sich jetzt schnell aus der Verantwortung für den angerichteten Scherbenhaufen stehlen zu wollen. Gambke stellte den ökologisch-orientierten Umbau der deutschen Wirtschaft als einzig zukunftsfähige Alternative dar, wobei die Erneuerbaren Energien zugleich Jobmotor und Mittelstandsförderung seien. „Ökonomie = Ökologie“ lautete Gambkes Formel.

Um die Chancen des Landshuters auf einen aussichtsreichen Platz nicht zu gefährden, hatte der Straubinger Grünen-Stadtrat Erhard Grundl zweimal seine Kandidatur zurückgezogen und stieg erst ab Platz 10 in den Wettbewerb (42 Bewerber für 24 Plätze) ein.

Grundl, Grünen Direktkandidat im Wahlkreis Straubing-Bogen/Regen, berichtete kurz von seinen Anfängen in der ehemaligen „Grünen Diaspora“ Straubing-Bogen, betonte sein Eintreten für die frei fließende Donau, für eine gentechnikfreie Landwirtschaft und für eine unerschrockene, bürgernahe Kommunalpolitik. Erhielt er für diese Ausführungen noch uneingeschränkte Zustimmung der 300 Delegierten, so spaltete er mit seiner Kritik am Abstimmungsverhalten der bayerischen Grünen-Bundestagsabgeordneten bei der Verlängerung des Afghanistaneinsatzes der Bundeswehr im vergangenen Herbst seine Zuhörer.

Die lauten Zwischenrufe der Parteispitze um Claudia Roth beantwortete der Straubinger Politiker mit dem Satz: „Nach 8 Jahren müssen wir erkennen, dass es sich hier nicht mehr um eine „humanitäre Intervention“ sondern um einen gescheiterten Kampfeinsatz handelt.“ Die Zustimmung zu Kampfeinsätzen der Bundeswehr auf Nicht-NATO-Gebiet bezeichnete er als „Rot-Grüne Altlast“, der sich Bündnis 90/Die Grünen stellen müssten. Applaus der Partei-Basis verabschiedete den Straubinger Stadtrat vom Podium. Bei 18 Bewerber konnte er in der anschließenden Abstimmung das viertbeste Ergebnis einfahren. In einer Stichwahl konnte Grundl schließlich mit Listenplatz 20 das gute Ergebnis für die niederbayerischen Grünen vervollständigen.

Landesvorsitzender Dieter Janecek, Dr. Thomas Gambke und Erhard Grundl

Besuchen Sie uns bei Facebook

GRUENE.DE News

Neues